Nhanga Ch. Grunow: Mein erstes Treffen des NFH

Eigentlich bin ich ja wegen Gabi Steiner auf das Treffen des NFH am 17.11.2012 in Nürtingen gegangen. Meine erste Möglichkeit, sie mal persönlich zu erleben. Irgendwie dachte ich auch, es wäre mehr eine Veranstaltung von ihr. Aber es kam ganz anders.

Moderator (und Gründer und 1. Vorstand des NFH, wie ich später erfuhr) - Dirk Jakob. Hatte viel von ihm gehört, Hörbücher gehört, gelesen. Ihn jetzt Live zu erleben hat echt Spaß gemacht.

17-11-12-IntactWie erstaunt war ich, als sich als erstes Projekt, was vom NFH gefördert wird, (i)ntact - Mädchenhilfe vorstellte. Die Referentin sprach extrem emotionslos über dieses schreckliche Thema der Genitalverstümmelung in Afrika, was ich dankbar entgegennahm. Denn ich arbeite mit Frauen an dem Thema Sexualität, da bleibt es nicht aus, das ich mit dem Thema Genitalverstümmelung immer wieder auf die eine oder andere Weise in Kontakt komme. Ich reagiere hier extrem betroffen und emotionell, so liefen mir während des Vortrages die Tränen übers Gesicht.

Was mich echt staunen ließ: Die Erfolge, die inzwischen zu verzeichnen sind. Landesweite Absagen gegen Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen sind erreicht worden. So gut zu hören!

Ja, dachte ich, wow, das möchte ich gerne fördern!

Weiter ging´s mit der Förderung eines kleinen Indianervolkes in Argentinien mit ganz besonderen Herausforderungen. Denn diesen Menschen wurde die Lebensgrundlage - der Regenwald - buchstäblich entzogen, er ist inzwischen fast gänzlich abgeholzt. Die besondere Herausforderung: Die Erwachsenen sitzen rum und wissen nicht, was sie machen sollen, denn ihr natürlicher Lebensraum ist nicht mehr da. Da das normale Lernen bisher immer über die Nachahmung und nicht das unterrichten erfolgte, können die Kinder nichts lernen, was es ihnen ermöglichen würde, mit den modernen Lebensumständen zurecht zukommen.

Hier wird also Lernen gelernt. Und Schulen eingerichtet, die es den Kindern und Jugendlichen ermöglicht, sukzessive in dieses moderne Leben hinein zu wachsen, zu lernen, sich in der modernen, entwurzelten Welt bewegen zu können.

Auch dieses Projekt hat mein Herz tief berührt. Ich bin Unterstützerin von regenwald.org und hab schon das eine oder andere Stück Urwald gekauft, um es zu erhalten...

Und so ging es grad weiter. Ein Projekt genauso sinnvoll und absolut unterstützenswert wie das nächste. Engagierte Menschen, die vor Ort sind, die viele Jahre dort lebten oder leben. Wo sichergestellt wird, dass das Geld auch wirklich ankommt, wo es hin soll.

Das Motto des NFH - Hilfe zur Selbsthilfe! Auch das kommt mir sehr entgegen, ich halte nichts von Almosen, die die Menschen nicht in die Lage versetzen, sich selbst zu versorgen.

Und - fast keine Verwaltungskosten. Ich erfahre, dass bei den großen Hilfsorganisationen 50 bis 70 Prozent in die Verwaltungskosten gehen. Was ich verstehen kann, denn diese großen Organisationen engagieren ja Menschen, die vor Ort leben und arbeiten und Geld damit verdienen - das kostet natürlich. Ich weiß das, weil meine Nichte in Haiti für die Welthungerhilfe arbeitet. Und sie hat ein spezielles Studium dafür absolviert, was sie viel Geld und Zeit gekostet hat. Sie nimmt in Kauf, dass ihre ganze kleine Familie in Haiti lebt, damit sie dort arbeiten kann. Dafür will sie natürlich auch Geld verdienen, ist ja klar.

Also hier bei der NFH sind alle ehrenamtlich bis auf eine Claudia, die für die NFH arbeitet und ein Gehalt bekommt. Auch das ist wirklich toll - das Geld kommt zu fast 100% bei den Projekten an!

Als der öffentliche Teil vorbei ist, bin ich eigentlich schon auf dem Weg nach Hause. Dann aber, als ich die Treppen runter laufe, denke ich - wann bekomme ich wieder diese Gelegenheit? Ich gehe in die Lobby, miete mir ein Zimmer (wir sind in einem Hotel), gehe wieder nach oben, werde Mitglied und begebe mich wieder in den Saal in die Mitgliederversammlung. Und bin sehr zufrieden mit meiner Entscheidung. Das ist nachvollziehbares, soziales Engagement. Die Projekte sind überschaubar, persönlich bekannt, ich bin sicher, mein Geld kommt da an, wofür ich es gegeben habe. Der Jahresbeitrag von 50 Euro ist bezahlbar.

Und als ich gebeten werde, einen kleinen Beitrag für die Homepage zu schreiben, tue ich das mit Freude und Stolz. Ja, hier bin ich richtig!

Nhanga Ch. Grunow