Existenzgründung durch Pilzzucht in Nepal

 PilzeDie Gesinas Stiftung setzt sich u. a. in Nepal dafür ein, die Lebensvoraussetzungen ärmster Bevölkerungsgruppen zu verbessern. Eine gute Zusammenarbeit mit dem NfH hat sich beireits beim Aufstellen von BioSandFiltern etabliert. Seit Februar 2017 fördert der NfH nun auch ein Gesinas-Projekt, welches armen Familien in Nepal die Verbesserung ihrer Einkommenssituation durch Pilzzucht ermöglicht. Zum Anschub des Projektes leistet der NfH im Februar 2017 eine Spende von 7.000 €. Aktuelle Spende des NfH 2018: 7.000€

Die Einkommenssituation im Terai, im Süden Nepals, ist für viele Menschen katastrophal. In manchen Dörfern steht einem Drittel der Bevölkerung weniger als 10 Euro und einem weiteren Drittel weniger als 30 Euro im Monat zur Verfügung. Viele Menschen gelten als Unberührbare; sie besitzen kein Land und müssen sich als Tagelöhner für ca. 2 bis 3 Euro die tägliche Nahrung für sich und ihre Familien verdienen.

Hinzu kommt, dass nur erwachsene Männer, nach einem langen harten Arbeitstag, diese Summen verdienen können. In manchen Gebieten werden sie mit nur 1 Euro am Tag entlohnt. Frauen, gebrechliche und ältere Menschen bekommen sogar noch weniger. Zudem gibt es nicht jeden Tag Arbeit, was den geringen Einkommenswert erklärt.

Gesinas gründete im Dezember 2016 mit der GESINAS- NEEK Mushroom Industry, eine soziale Firma, in Damac, Nepal. Vor Ort wird sie geleitet von Neek (Netra) Bahadur Netra Katuwal. Netra ist sozial engagiert und hat für die Gesinas Stiftung bereits 275 BioSandFilter (NEEK BioSandFilter) hergestellt und installiert, darunter viele BioSandFilter aus dem Budget des Networker for Humanity e.V. Wie viele Nepalesen war er lange Zeit im Ausland tätig (6 Jahre in Dubai) und hat dort gelernt, Projekte zu leiten und effektiv umzusetzen.

Es ist geplant, die Gewinne aus der Produktion von Austernseitlingen für die Produktion und Installation von weiteren 500 BioSandFiltern zu verwenden. Ab Februar/März 2017 soll zunächst mit der Produktion von 50 kg Austernseitlingen pro Tag begonnen und anschließend schrittweise auf ca. 125 kg pro Tag erhöht werden. In dieser sozialen Firma werden etwa 10 Arbeits- und Ausbildungsplätze entstehen.

Ab Mai 2017 ermöglicht es die Gesinas Stiftung dann für 100 sehr arme Familien in der Umgebung von Damac eine Existenz zu gründen, die unabhängig von Landbesitz ist: Austernseitlinge.

Die Gesinas Stiftung wird ihnen, in oder am Rande ihrer Behausung (oft nur primitive Lehm- /Strohhütten) eine kleine Produktion von Austernseitlingen als Existenzgründung aufbauen.

Hierzu werden sie geschult und während der ersten Produktionsphase betreut. Auch wird Gesinas den Transport zu den Märkten und die Vermarktung zunächst selbst übernehmen. Die Kosten pro pro Familie und Existenzgründung betragen ca. 140 €. Etwa 60 Euro werden für die theoretische und praktische Schulungen in der gerade aufgebauten Austernseitlingsfarm benötigt. Da die infrage kommenden Teilnehmer des Projektes an Schulungen, selbst wenn sie kostenlos sind, häufig nicht teilnehmen, weil sie zur täglichen Arbeit gezwungen sind, wird Gesinas ihnen während der Praktikumsphase in der Austernseitlingsfarm, etwa 3 Euro täglich geben. So können sie ihre Familie ernähren in dieser Zeit ernähren.Sie haben keine oder nur wenige Vorräte und wenn sie zu einer Schulung gehen und an dem Tag nicht arbeiten, fehlt ihnen die Nahrung.

Die erste Ernte ist ca. 30 Tage nach der Anzucht möglich und die Erntezeit dauert bis zu 4 Monate.

Bei einer Investitionssumme von 140 € je Existenzgründung für eine kleine Pilzzuchtfarm können ca. 5 kg Austernseitlingen pro Tag geerntet werden. Der Endkundenpreis beträgt auf dem lokalen Markt 1,80 € pro Kilo. Lokale Händler beziehen die Pilze für etwa 1,50 €. Somit kann eine Familie einen Umsatz von insgesamt 6 Euro pro Tag erwirtschaften. Davon abgezogen werden die laufenen Kosten von etwa 1 Euro, d. h. es bleiben ihnen etwa 5 Euro pro Tag als Erlös übrig. Dieser Betrag ist bedeutend höher, als der Betrag, den sie sich maximal als Tagelöhner erarbeiten könnten. Weiterhin ist das Einkommen aus der Pilzproduktion regelmäßig und nachhaltig. Es basiert auf der Verwertung von Reisstroh als natürliches Abfallprodukt aus der Reisernte und produziert ein wertvolles Lebensmittel, welches zudem im asiatischen Raum auch als Heilmittel eingesetzt wird.

Die Projekt-Teilnehmer können so ihren Lebensunterhalt in ihrem eigenen Zuhause verdienen und sind dadurch nicht der Willkür von Landbesitzern ausgeliefert, die ihnen nur zur Erntezeit oder für die Bestellung der Felder Arbeit für wenige Tage und für wenig Geld anbieten. Hierzu müssen sie oft weite Wege gehen bzw. tagelang am Feldrand übernachten. Der Aufbau einer Pilzzucht kann viel bewegen und darüberhinaus sogar als Modell zur Nachahmung dienen. Die Menschen erhalten eine Ausbildung und können ihre Erfahrungen weitergeben.