Imkerinnen in Äthiopien

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Der „Verein zur Förderung der Entwicklungszusammenarbeit und der ländlichen Erwachsenenbildung e.V.“, auch kurz „Förderverein der Altfredeburger“, genannt, hat in Äthiopien ein Projekt für Imkerinnen ins Leben gerufen. Dadurch können in Äthiopien arbeitslose und landlose Agrarstudentinnen Imkerkurse an der Universität belegen. Die zwei besten Absolventinnen des dreimonatigen Seminars werden jeweils in Form eines Stipendiums beim Aufbau ihrer Selbstständigkeit als Imkerinnen finanziell unterstützt. Im Dezmeber 2017 gingen 6.000 € an dieses Projekt.

Honigproduktion in Äthiopien

Äthiopien liegt unter den Top 10 der weltweit größten Honigproduzenten. Die jährliche Honigproduktion beträgt 55.000 t, wobei das Potenzial auf 500.000 t geschätzt wird. Von den 70 Mio. Landwirten (Bevölkerung liegt etwa bei 90 Mio.) betreiben 30 Mio. Landwirte eine kleine Imkerei mit bis zu drei Bienenstöcken. Bei der traditionellen Honigernte (Beuten aus Bambusgeflecht oder in hohlen Baumstämmen) wird das Volk durch Anzünden des Bienenstocks verjagt: Das Volk geht verloren und Honig wird durch Asche verschmutzt. Vorteile des Imkerinnen-Projektes: Bei der Vorgehensweise der Bienenladies bleiben die Völker erhalten und der Honig sauber.

Was wird durch das Projekt gefördert?

Über das Programm werden Absolventinnen äthiopischer Universitäten in Bienenhaltung und unternehmerischer Kompetenz geschult, um sie dabei zu unterstützen, als selbstständige Imkerinnen eigenes Einkommen zu generieren. Außerdem sollen der Kontakt und Austausch unter den Bienenladies gefördert werden. Ziel ist die Erzeugung und Vermarktung von Honig, Bienenvölkern und Bienenwachs – später anderen hochwertigen (Exportmarkt!) Bienenprodukten wie Propolis und Pollen. Die jungen Frauen sollen durch Trainings und Weiterbildungen ihr Fachwissen und ihre künftige Trainerkompetenz ausbauen. Im Mittelpunkt dabei stehen Austausch und technisches Können sowie Kommunikationstrainings und die Erstellung von Business Plänen. So kann ein Schneeballeffekt entstehen und akademisch gebildete Imkerinnen können ihr Wissen als Trainierinnen an ungelernte Imker in der Region weitergeben. Erste hervorragende Erfahrungen beim Einsatz der „Bienenladies“ liegen bereits vor. Die Bienenladies des führenden Standortes haben bereits über 100 ungelernte Imkerinnen trainiert.

Bisherige Erfolge

Bislang sind sechs Imkerinnen-Projekte an folgenden Standorten umgesetzt:

• Sebeta - 30 km von Addis entfernt
• Bahir Dar - 12 Völker und 100 weitere Imkerinnen wurden geschult
• Addis Abeba
• Nekempte
• Dilla - neues Projekt
• Axum - neues Projekt

27 Imkerinnen wurden bereits unterstützt. Neben den 17 Mädchen, die  an den Projekt-Standorten gefördert wurden, sind auch neun „Einzelkämpferinnen“ auf ihren elterlichen Betrieben unterstützt worden und haben ihre erste Honigernte erfolgreich eingefahren. Die Mädchen in Sebeta und Bahir Dar haben begonnen, Beratungs- und Dienstleistungsangebote durchzuführen. Dazu zählen u.a. Transfer von Völkern von traditionellen in moderne Kästen, Trainings, Herstellung und Vertrieb von Wachs. Sebeta hat nach 1,5 Jahren die ersten 25 kg Honig geerntet. Der derzeitige Preis von 100 Birr/kg entspricht etwa 5 €/kg Honig. Momentan lässt sich vermuten, dass die Imkerinnen etwa ab 30 Bienenvölkern wirtschaftlich produzieren und ab etwa 60 Völkern ein durchschnittliches Jahreseinkommen erwirtschaften können.

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