1. Treffen der Gründungsmitglieder

Hilfe für Menschen in Not darf keine Grenzen kennen

Gründungsmitglieder aus unterschiedlichen Unternehmen beschließen erste Maßnahmen / Unterstützung für Flut-Waisen in Sri Lanka

Heidelberg (NfH). Die anfänglich leichte Befangenheit in der Begegnung untereinander war vergleichsweise schnell verflogen. Mit der wachsenden Gewissheit, in vieler Hinsicht tatsächlich etwas ganz Besonderes auf den Weg gebracht zu haben, wich sie schnell der Begeisterung für die gemeinsame Sache. Die Gründungsmitglieder des gemeinnützigen Vereins „Networker for Humanity e. V.“ (NfH) kamen Ende April zu einem ersten zweitätigen Arbeitstreffen in Heidelberg zusammen, um erste konkrete Vorgehensweisen für humanitäre Hilfsaktionen zu beschließen.

Initiator und Vereinsvorstand Dirk Jakob (Horizonte Training & Consulting GmbH, Perigon Institut) bringt die Bedeutung des Treffens auf den Punkt: „Allen Beteiligten wurde auf beeindruckende Weise bewusst, dass es sich um einen historischen Augenblick handelt. Schließlich dürfte es in der Vergangenheit wohl kaum eine einvernehmliche Begegnung von Networkern aus unterschiedlichen Unternehmen gegeben haben, die sich über alle bekannten Grenzen, Hürden und Wettbewerbssituationen hinweg setzen und jedwedes Konkurrenzdenken über Bord werfen, um gemeinsam an einem Strang zu ziehen!“

Der über die Network-Szene hinaus bekannte Trainer und Consultant hatte die Idee im Zusammenhang mit der Tsunami-Katastrophe in Südostasien Anfang des Jahres. Er wollte Spendengelder sammeln und helfen – einfach, unbürokratisch, effektiv, nachhaltig und unmittelbar. „Dabei habe ich sofort an das ungeheure Potenzial gedacht, das auch für humanitäre Nothilfe im Network-Marketing steckt“, erinnert sich Dirk Jakob und verweist etwa auf hervorragende Kommunikationssysteme für einen idealen Multiplikationseffekt.

Überwältigende Reaktion auf Spendenaufruf
Was dann geschah, war beinahe überwältigend. Einer ersten Mail an Networker aus unterschiedlichen Firmen folgte eine Flut von Spenden. Innerhalb nur weniger Wochen kamen rund 40.000 Euro zusammen. Mehr noch: Dirk Jakob konnte eine Reihe von Führungskräften aus Unternehmen wie Life Plus, FLP, Unicity, Anifit, Nikken etc. (Gabi Steiner, Claus Nagel, Robert Merkel, Daniel Müller, Andrea & Klaus Tafel, Günter Eicher) und Dienstleister (Felix Puzio, Frank von Leliwa) sowie insbesondere auch Prof. Dr. Michael M. Zacharias als wissenschaftlicher Branchenintimus für seine Idee gewinnen. Sie wollen das Projekt auf breiter Front initiativ und ehrenamtlich unterstützen.

Die Vision wurde Wirklichkeit. Innerhalb kürzester Zeit wurde der Verein gegründet und dessen Gemeinnützigkeit von den Behörden anerkannt. Prof. Dr. Zacharias spricht für alle Gründungsmitglieder: „Wir sind beeindruckt. Es hat sich in unserem Fall tatsächlich bewahrheitet, dass Humanität keine Grenzen kennen darf.“ Networker fo Humanity e. V. tritt den Beweis dafür gleich in mehrfacher Hinsicht an – nämlich sowohl mit Blick auf die internationale Hilfsausrichtung als auch bezüglich der engen Zusammenarbeit von Menschen, deren Unternehmen in einem hart umkämpften Wettbewerbsumfeld mit hohem Konkurrenzdruck agieren. „Persönliche Begegnungen und die Verfolgung gemeinsamer Interessen kommen hier in der Regel nämlich überhaupt nicht vor“, konstatiert der Hochschullehrer.

Bei dem Treffen in Heidelberg fiel schließlich der Startschuss für die programmatische und praktische Arbeit des Vereins. Das einvernehmliche Mission-Statement entspricht in vollem Umfang der Gründungsintention. Danach will der Verein grundsätzlich humanitäre Hilfe leisten – und zwar auf internationaler Ebene – überall da, wo eine entsprechende Notwendigkeit offenbar wird. Leid soll gemindert und in Not geratenen Menschen über den Ansatz der „Hilfe zur Selbsthilfe“ neue Perspektiven vermittelt werden. Höchste Priorität hat dabei die Kontrolle der eingesetzten Mittel. So will der Verein sicherstellen, dass Spendengelder sinnvoll und tatsächlich auch für den angedachten Zweck eingesetzt werden.

Über persönliche Kontakte wurde bereits ein erstes Hilfsprojekt in Sri Lanka identifiziert. Mit den bislang gesammelten Spenden soll ein dort ansässiges Kinderheim langfristig und sukzessive unterstützt werden. Das Heim bot vor der Flutkatastrophe bereits 300 Waisenkindern die Chance zum Überleben. Nach dem Tsunami fanden hier noch einmal 200 Kinder eine letzte Zuflucht, deren Eltern bei dem Unglück umgekommen waren. Das gemeinsam von einem Arzt und einem Mönch betreute Haus platzt aus allen Nähten. Die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln ist nicht kontinuierlich gesichert. Die hygienischen Verhältnisse sind katastrophal. Küche, Wasch- und Schlafgelegenheiten haben ihren Namen nicht verdient. Vieles spielt sich – auch in der Regenzeit - notgedrungen unter freiem Himmel ab. Hier sollen mit NfH-Mitteln nach und nach menschen- und lebenswürdige Bedingungen geschaffen werden. Später will sich der Verein ggf. auch für Schule und Ausbildung der Kinder engagieren.

Betonung des Imagegewinns / Start in eine neue Ära?
Um eine kontinuierliche Hilfe sicherstellen und künftig auch weitere Projekte im Ausland oder Inland angehen zu können, will der Verein zeitnah mit einer forcierten Mitgliederwerbung beginnen. Auch der Appell an die Spendenbereitschaft der Networker wird fortgesetzt. Am 26. November 2005 findet eine Veranstaltung statt, an der alle Gründungsmitglieder teilnehmen und zu der Mitarbeiter aus allen Unternehmen eingeladen werden.

Übrigens dient ein Engagement für NfH als Mitglied oder Spender nicht nur der Beruhigung des sozialen Gewissens, also dem Gefühl, ein gutes Werk getan und wirklich da geholfen zu haben, wo Hilfe sinnvoll und notwendig ist. Immerhin verbindet sich mit der Vereinsidee ein zwar nicht vordergründiger, gleichwohl aber spürbarer und durchaus willkommener Imagewert. Hier liefern Mitarbeiter der Networkszene interdisziplinär über alle Grenzen hinweg einen beredten Nachweis für gelebte Humanität. Ein be